Kulturtrend: Digital free!
Wenn jeder alles am Computer machen kann, was früher nur äußerst umständlich von Hand gemacht werden konnte, dann wird es langweilig. Deshalb gibt es geradezu eine Tendenz, manche Dinge wieder vollanalog zu machen, auch und gerade weil man es auf ein bis drei Apples in einem Bruchteil der Zeit hinkriegen würde—aber es würde sich nicht richtig anfühlen!
Beispiel Nummer eins: Persepolis – ein Zeichentrickfilm, größtenteils von Hand animiert, der von einer Kindheit und Jugend zwischen dem Iran und dem Westen handelt. Die Comic-Zeichnerin Marjane Satrapi, deren autobiographische Geschichte es ist, hat sich bewußt gegen die digitale Arbeit entschieden, weil Bilder aus dem Computer zu glatt und kalt seien. Zwar wurden am Computer Hintergründe und Figuren zusammengefügt, aber die einzelnen Elemente wurden händisch animiert, die Geräusche analog hinzugefügt. Das Ergebnis ist ein sehenswerter Film.
Zweites Beispiel: Was machen die Kinder einer Londoner Musikerfamilie, deren Vater schon ein Aunahmestudio auf dem neuesten Stand der Technik hat? Sie bauen sich daheim ein Studio aus ausgemusterter Uralt-Technik und nehmen darin unglaublich energiegeladene Musik im Stil der 1940er Jahre auf, mit einer unrunden, rauen Urprünglichkeit, die absolut mitreißend ist. Man würde nicht glauben, daß keiner der drei älter als 20 ist! Bei Live-Auftritten spielt der Pappa Gitarre, die Mutter Kontrabass—hier können Familien Musik machen, und es klingt einfach Klasse. Der Name der drei Kids ist Kitty, Daisy & Lewis Durham, und weil man Musik auch anhören sollte, hier ein Link zu ihrem mySpace-Profil
Posted by maru on Samstag, Februar 14, 2009